Ludwig Bruckmüller

Der Name Seewiesen wird einerseits damit erklärt, dass die hier befindlichen Wiesen bei Schneeschmelze und Regenfällen unter Wasser standen und dass andererseits in einem alten Lehenbuch auf den „Hof ze wiessen“ verwiesen wird. Der Überlieferung zu Folge soll es sich um ein herrschaftliches Anwesen gehandelt haben.

1924 wurde über Initiative der Meisterin von Seewiesen, Anna Roitinger, unter großem Einsatz des Maurers Hans Schönleitner eine Fronleichnamskapelle gebaut. Da diese reparaturbedürftig war, entschlossen sich Dorfgemeinschaft, Pfarre und Gemeinde zu einer Renovierung.

In den Jahren 1994/95 wurde das Gebäude von den Seewieslern von Grund auf saniert. Es wurden Bleiglasfenster, die die Glaswerkstätte des Zisterzienserstiftes in Schlierbach angefertigte, eingebaut.

Die Fenster beziehen sich in abstrahierter Form auf das letzte Abendmahl: Jesus als gelb-strahlende rechteckige Fläche im Zentrum, umgeben von den 12 Aposteln als warme Farbflächen in Kreuzform, der Hintergrund besteht aus kalten Farben.

Seit jeher ist im Grundbuch die „Gemeinde Seewiesen“ als Eigentümerin der Kapellenparzelle, auf der sich noch ein kleiner Teich befindet, eingetragen.

Im Jahre 1911 wurde ebendort ein 180m tiefer, artesischer Brunnen geschlagen. Das Grundwasser steht derart unter Druck, dass es selbsttätig über die Erdoberfläche austritt.

Das Gesamtensemble mit den drei Linden bildet sohin den Mittelpunkt der Gemeinde Seewiesen und ist Kommunikationstreffpunkt für Alt und Jung.

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